So erstellst du einen Leadmagneten, den Leute wirklich herunterladen und lesen
Jeden Mittwoch um 14 Uhr gibt es bei mir eine Live-Fragerunde, die Teestunde. In einer davon hat Carolin ihr Leadmagnet-PDF mitgebracht, um Feedback zu bekommen. Sechs DIN-A4-Seiten, prall gefüllt mit Inhalt, mit richtig viel Hirnschmalz drin.
Und ich musste ihr sagen: Das ist kein Leadmagnet. Das ist ein Mini-Produkt.
Was der Unterschied ist und warum er entscheidend dafür ist, ob dein Freebie funktioniert oder ungelesen im Posteingang vor sich hinschläft, darum geht es hier. Im Video zeige ich dir live, wie wir den Text gemeinsam strukturiert und aufgebaut haben.
Warum die meisten Leadmagneten nicht funktionieren
Der häufigste Fehler ist nicht, dass der Inhalt schlecht ist. Der häufigste Fehler ist, dass zu viel davon drin ist.
Die meisten Coaches, Dienstleister und Experten geben sich richtig viel Mühe und packen ihr ganzes Wissen in einen Leadmagneten. Und unter uns: Das hat oft weniger mit dem Leser zu tun als mit dem Wunsch, mit der eigenen Expertise zu glänzen. Der Leser soll denken: Boah, krass, hier nehme ich richtig was mit. Dazu kommt die Erinnerung an all die dünnen Freebies, die man selbst runtergeladen und enttäuscht wieder weggeklickt hat. So einen will man auf keinen Fall abliefern.
Alles nachvollziehbar. Und genau deshalb geht die gute Absicht nach hinten los.
Denn wer einen Leadmagneten herunterlädt, hat nicht drei Stunden Zeit. Der ist kurz neugierig und will schnell wissen, ob sich das lohnt. Wenn der erste Abschnitt schon zu viel ist, zu schwammig oder zu erklärend, dann denkt der Leser nicht: Schade, hat mir nichts gebracht. Der denkt: Die kann nichts. Und damit hast du genau das Gegenteil von dem erreicht, was du wolltest. Jemand in deiner Liste, der dich jetzt für weniger kompetent hält, als du bist.
Was ein Leadmagnet wirklich leisten muss
Ein Leadmagnet muss im Grunde nur eine einzige Frage beantworten. Eine Frage deines potenziellen Kunden. Und die muss ultraspezifisch sein und für ihn maximal dringend.
Überleg dir: Was googelt der gerade? Was hält den nachts wach? Was will der jetzt sofort wissen? Genau in diesem Moment ist er auf der Suche. Nach Wissen, nach einer Lösung. Und dein Leadmagnet gibt ihm die Antwort. Auf eine Frage. Nicht auf zehn.
Denn wer versucht, gleich das ganze Thema abzudecken, beantwortet am Ende zehn Fragen halb, statt eine richtig.
Und dann kommt der zweite Teil, der genauso wichtig ist: Ein guter Leadmagnet beantwortet eine Frage und wirft dabei eine neue auf. Du löst etwas Kleines und öffnest den Blick auf etwas Größeres. Dein Kunde soll am Ende nicht denken: Danke, war gut, tschau. Er soll denken: Das hat mir geholfen, jetzt will ich wissen, wie es weitergeht. Denn ein Leadmagnet ist ein Türöffner.
So weit die Grundlagen. Aber selbst wenn die sitzen, bauen viele den Inhalt danach noch falsch auf. Genau das schauen wir uns jetzt an.
Wie du deinen Leadmagneten richtig aufbaust
Fang mit der Struktur an, nicht mit dem Text
Die meisten texten einfach wild drauflos. Und dann passiert das, was beim Schreiben eben passiert: Das eine führt zum anderen, dir fällt noch eine Idee ein, und noch ein Impuls, und noch ein Gedanke, den du unbedingt mitgeben willst. Am Ende hat das Ding zwanzig Seiten, statt kurz und knackig auf den Punkt zu kommen.
Deshalb starte einen Leadmagneten nie mit dem Text. Starte mit der Struktur.
Und die ist simpler, als du denkst. Einleitung, Hauptteil, Schluss. Genau das, was wir alle schon in der Schule gelernt haben. Dazu eine klare Kernbotschaft, auf die alles einzahlt.
Die Einleitung holt deinen Leser genau da ab, wo er gerade steht. Sie benennt sein Problem so konkret, dass er denkt: Ja, das bin ich, hier bin ich richtig. Kein langes Vorgeplänkel.
Der Hauptteil gibt ihm die eine Antwort. Klar, in nachvollziehbaren Schritten, ohne Umwege. Hier steckt der Wert, und hier bleibst du bei dem einen Thema, statt links und rechts noch drei weitere aufzumachen.
Der Schluss fasst zusammen, öffnet die neue Frage und zeigt den nächsten Schritt. Dein Leser soll das PDF zuklappen und wissen, wie es weitergeht.
Jeder Abschnitt muss den nächsten verkaufen
Das ist das Prinzip, das die meisten vergessen. Sie schreiben ihre Abschnitte unabhängig voneinander, jeder für sich. Aber so funktioniert ein guter Text nicht.
Dein Leadmagnet soll sich interessant anhören und gerne gelesen werden. Von vorne bis hinten, nicht nur bis zur zweiten Seite. Und dafür nutzt du das Prinzip einer guten Serie.
Du hast bestimmt schon mal eine Serie gesehen, deren Folgen dich so gefesselt haben, dass du gar nicht mehr aufhören konntest. Und meistens ist genau am Ende einer Folge etwas Spannendes passiert, das dich weitergucken ließ. Das nennt sich Cliffhanger oder Open Loop.
Genauso baust du deinen Leadmagneten auf. Du öffnest am Ende eines Abschnitts eine Frage oder machst neugierig auf das, was gleich kommt. Etwas, das den Leser weiterlesen lässt, weil er wissen will, wie es weitergeht. Kein langer Absatz, oft reicht ein einziger Satz. Aber der muss sitzen.
Frag dich nach jedem Abschnitt: Was denkt mein Avatar jetzt?
Gleichzeitig solltest du deinen Entwurf noch einmal aus dem Blick deines Kundenavatars lesen. Nur weil etwas für dich total logisch klingt, heißt das nämlich noch lange nicht, dass dein Avatar deinem Gedanken auch folgen kann.
Und das ist die Falle, in die gerade Experten tappen. Du steckst so tief in deinem Thema, du bist so sehr Profi, dass du gar nicht mehr merkst, an welcher Stelle dein Leser aussteigt. Für dich ist alles klar. Für ihn eben nicht.
Also lies deinen Text und frag dich nach jedem Abschnitt ehrlich: Was denkt mein Avatar jetzt? Ist er noch dabei? Versteht er, was ich meine? Oder habe ich ihn gerade verloren?
Ein kleiner Hack: Wenn deine KI deinen Avatar wirklich kennt, kannst du ihr den Text geben und genau das prüfen lassen. Dein eigenes Gespür ersetzt das nicht, aber es zeigt dir oft die Stellen, die du selbst überliest.
Wie das konkret aussieht, siehst du oben im Video. Da nehme ich Carolins Leadmagnet und gehe genau diese Frage mit ihr Abschnitt für Abschnitt durch.
Carolin begleitet mit ihrem Angebot Expedition Familie werdende Mütter. Wie so ein fokussierter Leadmagnet in der Praxis aussieht, zeigt ihr eigenes Freebie, das genau eine Frage beantwortet: Was 90 % der Erstausstattungslisten für Neugeborene vergessen. Den passenden Blogartikel dazu hat sie auch geschrieben: Erstausstattung Baby: Was die Liste nicht beantwortet.
Kein Coaching-Sprech
Und Achtung, hier lauert die nächste Falle, in die viele Coaches tappen: Sie schreiben, wie Coaches reden. "Ich kenne deine Blockaden", "löse deine Muster", "komm in deine Kraft". Für dich klingt das völlig normal. Für alle, die keine Coaches sind, klingt es befremdlich.
Dein Avatar googelt eben nicht "was sind meine Muster". Er googelt ein ganz konkretes Problem, das er endlich gelöst haben will. Und genau in seiner Sprache muss dein Leadmagnet geschrieben sein, nicht in deiner.
Und weil es noch ein paar Punkte mehr zu beachten gibt für einen Leadmagneten, den Leute wirklich herunterladen und lesen, hier die häufigsten Fragen und meine Antworten dazu.
Häufige Fragen zum Leadmagneten
Wie lang sollte ein Leadmagnet sein?
Kurz. Dein Leadmagnet sollte sich in wenigen Minuten durchlesen lassen, fünf Minuten sind ein guter Richtwert. Als Faustregel: Was als reiner Text auf zwei bis drei DIN-A4-Seiten passt, wird als gestaltetes PDF etwa vier bis sechs Seiten. Das ist genug. Alles, was darüber hinausgeht, ist zu viel. Dann hast du ein Mini-Produkt, das du verkaufen kannst.
Welches Format sollte mein Leadmagnet haben?
Das hängt von deiner Zielgruppe ab. PDF, Checkliste, Quiz oder Audio, jedes Format spricht andere Menschen an, je nachdem, wie sie ticken und Informationen am liebsten aufnehmen. Welches Format zu wem passt, habe ich hier ausführlich aufgeschrieben: Welches Leadmagnet-Format passt zu deiner Zielgruppe.
Mein Leadmagnet bringt keine Leads. Woran liegt das?
Meistens an einer von drei Stellen: zu wenig Traffic, ein zu schwacher Call-to-Action nach dem Download, oder ein Aufbau, der den Leser unterwegs verliert. Wie du das Schritt für Schritt findest und behebst, zeige ich an einem echten Beispiel: Dein Leadmagnet bringt keine Leads. Hier ist, was du ändern musst.
Reicht es, den Leadmagneten auf meiner Startseite einzubinden?
Nein. Ein Leadmagnet braucht eine eigene Landingpage. Nur so kannst du gezielt Werbung darauf schalten, sauber tracken und den Prozess Schritt für Schritt optimieren.
Und jetzt?
Ich habe dir gezeigt, was einen Leadmagneten ausmacht, den Leute wirklich herunterladen und zu Ende lesen. Die eine Frage, der Aufbau wie bei einer guten Serie, der Blick durch die Augen deines Avatars.
Wo genau dein eigener Leadmagnet noch hakt, sehe ich von hier aus natürlich nicht. Aber genau dafür gibt es die Teestunde. Jeden Mittwoch um 14 Uhr, live, kostenlos. Du bringst deinen Leadmagnet mit, so wie Carolin, und wir schauen gemeinsam drauf: Was funktioniert, was fliegt raus, wie wird aus deinem Freebie ein echter Türöffner.
Den Zugang zur Teestunde bekommst du über meine Skool-Community. Ich freue mich, dich dort zu sehen.